Geschichte

Der SCTWV Achensee wurde 1960 als Sektion "Segeln" des Tiroler Wassersportvereins 1919 gegründet und ist seit 1962 Mitglied des österreichischen Segelverbandes. Seit 1973 ist er als "SCTWV Achensee" ein selbständiger Verein.

 

Im Jahr 2011 feierte der SCTWV Achensee das 50-jährige Vereinsjubiläum

Die zu diesem Anlass angefertigte Chronik, in der auch die Geschichte des Vereins dargestellt ist, steht hier zum Download zu Verfügung.

Geschichte des Prälatenhofs

Durch urkundliche Überlieferung belegt hat im Jahre 1112 das Kloster St.Georgenberg das Achental, somit Achensee und Buchau, von dem Geschlecht der Ritter vom Zillertal als Schenkung bekommen.

Im 15.Jahrhundert hielt sich besonders Erzherzog Sigmund der Münzreiche oft am Achensee auf, um zu jagen und zu fischen. Die Jagd und Fischereiverpachtete das Kloster zum Teil an die Tiroler Landesfürsten.

Auch von Kaiser Maximilian weiß man, daß er sich öfters zum Jagen und Fischen am Achensee aufgehalten hat.

Um eine Steuerschuld von 400 Gulden los zu werden, überließ Abt Georg Seitz im Jahre 1568 das Fischerhaus in der Buchau dem Landesfürsten Erzherzog Ferdinand. Dieser baute noch ein landesfürstliches Jagdschlösschen dazu.

Aus einem Pachtvertrag zwischen Kloster St.Georgenberg und Matthäus Prantl geht hervor, daß Haus, Stall, Stadl, Backofen, Badstuben, Brunnen, Fischkalter und Krautgarten an der Stelle des heutigen Prälatenhofes gestanden hat.

Im Jahre 1782 wurde das jetzige stattliche Prälatenhaus anstelle der alten Bauten von Abt Pirmin Seidl errichtet. 1783 erteilte die bischöfliche Behörde in Brixen die Genehmigung, in der neuen Kapelle heilige Messopfer darzubringen.

Die königlich bayrische Regierung löste das Kloster St.Georgenberg - Fiecht 1807 auf und verkaufte 1813 das Prälatenhaus um 2.401,-- Gulden an Eva Prantl. Erst im Jahre 1836 konnte Abt Pirmin Pockstaller das Prälatenhaus zurückkaufen und die Schäden beheben, die während der Tiroler Freiheitskämpfe 1809 am Gelände entstanden sind.

Lange Jahre diente der Prälatenhof der Erholung der Klostermitglieder. Im Jahre 1898 wurde eine neue Wasserleitung mit Eisenrohren gebaut und ein Elektrizitätswerk errichtet, das auch Strom für das Fürstenhaus in Pertisau lieferte.

Am Feld zwischen Haus und See wurde 1912 wegen der vorhandenen Werkstätte und Strom das Motorschiff "STELLA MARIS", die spätere "Stadt Innsbruck" auf Kiel gelegt. Zur selben Zeit wurde auch der Prälatenhof renoviert.

Nach dem verlorenen 1. Weltkrieg war das Kloster Fiecht genötigt, den Achensee zu verkaufen. Dieser ging in den Besitz der Stadt Innsbruck über. Der Prälatenhof selbst musste 1938 an eine Strassenbaufirma vermietet werden.

Im Jahr 1945 fiel der Ansitz wieder an das Stift Fiecht zurück und wurde von da an nur mehr bäuerlich genutzt.

Im Herbst 1973 wurde dem Segelclub TWV-Achensee der Prälatenhof unter der Auflage vermietet, dass er renoviert werden muß.

Ermöglicht hat nur der gute Kameradschaftsgeist der rund 200 Clubmitglieder, dieses Versprechen dem Abt Gregor Schinnerl gegenüber einzulösen.

So hat der Segelclub TWV-Achensee durch Mitgliederfleiss einem Jahrhunderte alten Ansitz wieder herrliches Ansehen gegeben, dem Segelsportbetrieb am Achensee ein schönes Heim geschaffen und dem Fremdenverkehr durch internationale sportliche Wettkämpfe einen Anziehungspunkt gebildet.

10.Juni Anno 1978 Ing. Heinrich Flecker