LA OTTANTA.21 Corona und nix geht, O D E R ????

Stell dir vor, du fährst im April nach Italien zum Regattieren. So wie früher, am Vortag noch figln am Hafelekar und am nächsten Tag segeln in Caorle. Mensch, waren das noch Zeiten, da war die Welt noch in Ordnung. Aber jetzt ein kleiner Virus und nichts geht mehr. Aber geht wirklich nix?

Die ganze Welt jammert, schimpft und lamentiert nur ein kleiner See in Tirol, der macht sich daran und schaut, was so möglich ist und siehe da: Der Circolo Nautico Porto Santa Margherita hat vom olympischen Komitee eine Ausnahmegenehmigung für Regatten wie La Ottanta bekommen („preminente interesse nazionale“, also quasi systemrelevant, im Auftrag des Herrn). Alles unter strikten Auflagen aber doch, segeln ist möglich.


Die Aus-, Ein- und Wiedereinreisebestimmungen zu lesen und zu verstehen dauert zwar länger als es früher gedauert hat, eine ganze Urlaubsreise zu planen, aber machbar ist es. 3 Tests, X Selbsterklärungen, Deklarationen, Clearances und Protokolle, Fieber messen, in der Blase bleiben, Maske und Abstand sowieso, aber auch das geht.


Wetter? Ein Tief kommt und bringt Wintereinbruch, Regen, Schnee in den Bergen, Morgenfrost auf Meereshöhe. Hallo, hallo, da kann das Virus jetzt wirklich nix dafür und solche Ausreden haben noch nie gegolten. Also auf nach Italien, zuerst nach Lignano, Boot auswintern, Löcher in den Rumpf machen und wieder verschließen (laminieren nicht lamentieren), Schäkel mit der Flex aufmachen, Eis schaben, das Übliche halt. Das Boot nach Caorle überstellen. Anmeldung, schwarzes Brett, Skippermeeting, alles online, … fein, keine Hatscherei.

Am Start dann gute Taktik und freie Bahn, der Wind braucht noch etwas, um die Prognose zu lesen aber dann kommt er wie vorhergesagt. Auf geht’s, 8-9 kn raumschots nach Grado (SOG nicht TWS), und nach der Luvboje in Piran dann sowieso 11-12 kn Speed – uh, wie die Rümpfe sauber gewaschen werden.

Auf der Retourfahrt legt der Wind dann das drauf, was er beim Start verschlafen hat. 22 kn diesmal Windspeed, da beschließt der Eigner, die Rümpfe sind genug gewaschen, Code-0 runter und Reff ins Groß. Spielverderber?

Naja, bei der Wassertemperatur wäre kentern sehr erfrischend und die Fieberkurve ginge danach sicher nach oben – was zu überflüssigen Fragen führen würde. Also safety first und mit Standgas ins Ziel. Standgas, das heißt auf einer Dragonfly 28 Sport mit 9-12 kn im Surf hinter einer Pogo 12.5 hinterher. Lustig, die Tschechen zupfen dauernd ein anderes Segel raus und dann wieder rein, aber sie kommen nicht weg von uns. Die Italiener auf einer Solaris One Design werden bis ins Ziel sogar überholt. Standgas also eh nicht sooooo langsam.

Ergebnis:  92 Meldungen, 87 Starter – wir 11. im Ziel.
5 Minuten schneller und es wäre Platz 8 gewesen. Das nächste Mal, wenn‘s Wasser wärmer ist, dann wird auch das Deck sauber gewaschen, versprochen ;-)

Die ganze Welt liegt im Lockdown, …nur ein kleiner See in Tirol, …der Achensee, märchenwiesenhaft.

Caro, Klaus, Christoph, Matti und die Namaste, …ooooohmmmmm!