Bojenfeld – Alles neu macht der Mai

Ein Beitrag unseres Bojen Teams (Verfasser Wolfgang Schöpf)

Vieles im Club geschieht ein wenig im Verbogenen. So auch die seit Anfang April laufende Sanierung aller Bojen. Ich möchte Dich darüber informieren, was bisher geschehen ist und was in der nächsten Zeit noch gemacht wird. Ich plage dich mit etwas Information, damit du ein wenig Einblick bekommst.

Bis jetzt wurden in mehreren Tauchgängen alle Bojen mit neuen Auftriebskörpern versorgt:

Referenz-Auftriebskörper: 1x25l Auftriebskörper, 1x10l Auftriebskörper, in 6 bis 9 Meter Tiefe in die Bojenkette eingehängt. Dazu mussten alle Kanister (über 90) zuerst geflutet, mit Befestigungsleinen verknüpft und mit Niro-Karabineren versehen werden. Mit dem Alu-Boot wurden die Kanister auf die Bojen verteilt, die Taucher haben sie an der Kette befestigt und mit Pressluft entwässert.

Kommendes Wochenende ist die Grundbeschau der Bojen dran. Knapp über Grund werden gestanzte Plaketten mit Bojennummern fixiert, sowie eine Orientierungsleine von Boje zu Boje angebracht, was in Zukunft den Tauchern in bis zu 40 Metern Tiefe die Orientierung erleichtern soll.

Diese Orientierungsleine wird von ca 50 Auftriebskörpern gehalten, die wir vorbereiten und auch fluten. Gleichzeitig wird das Grundgeschirr der Bojen mit Video/Foto kontrolliert.

Das alles wird dokumentiert, sodass in Folge für jede Boje ein Stammdatenblatt entsteht, hoffentlich bald auch als physischer Ordner.

Weitere Vorhaben meinerseits:

Beibootständer Sanierung

Vielleicht noch im heurigen Jahr möchte ich (mit deiner Hilfe?) die Beibootständer sanieren: entrosten, mit Rostschutzgrund behandeln un neu lackieren.

Holzhütte ausräumen

Mit Martin Daum und mir in der Organisation soll die Holzhütte ausgeräumt werden. Da kommt das Gartencenter hinein. Im bisherigen Gartencenter soll ein Magazin entstehen, wo auch die Bojenverwaltung mit allen Ersatzteilen und Reparaturmöglichkeiten Platz findet.

Parkplatzgestaltung

Gleich hinter der nördlichen Baumreihe werden Schiffe zusammengeparkt, die nicht ins Wasser kommen. Dann gibt es ein Trailerareal für die fix über die Saison abgestellten Trailer und einen mobilen Bereich (manche nehmen an Regatten außerhalb teil usw.)

Schon für die bisherige Arbeit an den Bojen sage ich Danke:

Taucher: Jenner Christian und Andreas

Helfer und Tauchassistenz: Daum Martin, Flatscher Carolina, Zwirner Klaus, Gstrein Werner, mein Sohn Julian

Bootsführer: Lendl Klaus, Leixner Manfred, Bair Willi

Am Ende meines Elaborats noch eine Bitte an Dich: Schreib mir möglichst bald, wenn du jetzt schon weißt, dass du dein Schiff nicht ins Wasser bringen kannst. Die Warteliste umfasst zur Zeit 10(!) Anwärter*innen.

Falls du heuer nicht wasserst, komme ich in die Lage, deine Boje vorübergehend jemandem anzubieten. Dein Benützungsrecht verlierst du deshalb nicht.

Also dann bis bald!

Grüße, Wolfgang

LA OTTANTA.21 Corona und nix geht, O D E R ????

Stell dir vor, du fährst im April nach Italien zum Regattieren. So wie früher, am Vortag noch figln am Hafelekar und am nächsten Tag segeln in Caorle. Mensch, waren das noch Zeiten, da war die Welt noch in Ordnung. Aber jetzt ein kleiner Virus und nichts geht mehr. Aber geht wirklich nix?

Die ganze Welt jammert, schimpft und lamentiert nur ein kleiner See in Tirol, der macht sich daran und schaut, was so möglich ist und siehe da: Der Circolo Nautico Porto Santa Margherita hat vom olympischen Komitee eine Ausnahmegenehmigung für Regatten wie La Ottanta bekommen („preminente interesse nazionale“, also quasi systemrelevant, im Auftrag des Herrn). Alles unter strikten Auflagen aber doch, segeln ist möglich.


Die Aus-, Ein- und Wiedereinreisebestimmungen zu lesen und zu verstehen dauert zwar länger als es früher gedauert hat, eine ganze Urlaubsreise zu planen, aber machbar ist es. 3 Tests, X Selbsterklärungen, Deklarationen, Clearances und Protokolle, Fieber messen, in der Blase bleiben, Maske und Abstand sowieso, aber auch das geht.


Wetter? Ein Tief kommt und bringt Wintereinbruch, Regen, Schnee in den Bergen, Morgenfrost auf Meereshöhe. Hallo, hallo, da kann das Virus jetzt wirklich nix dafür und solche Ausreden haben noch nie gegolten. Also auf nach Italien, zuerst nach Lignano, Boot auswintern, Löcher in den Rumpf machen und wieder verschließen (laminieren nicht lamentieren), Schäkel mit der Flex aufmachen, Eis schaben, das Übliche halt. Das Boot nach Caorle überstellen. Anmeldung, schwarzes Brett, Skippermeeting, alles online, … fein, keine Hatscherei.

Am Start dann gute Taktik und freie Bahn, der Wind braucht noch etwas, um die Prognose zu lesen aber dann kommt er wie vorhergesagt. Auf geht’s, 8-9 kn raumschots nach Grado (SOG nicht TWS), und nach der Luvboje in Piran dann sowieso 11-12 kn Speed – uh, wie die Rümpfe sauber gewaschen werden.

Auf der Retourfahrt legt der Wind dann das drauf, was er beim Start verschlafen hat. 22 kn diesmal Windspeed, da beschließt der Eigner, die Rümpfe sind genug gewaschen, Code-0 runter und Reff ins Groß. Spielverderber?

Naja, bei der Wassertemperatur wäre kentern sehr erfrischend und die Fieberkurve ginge danach sicher nach oben – was zu überflüssigen Fragen führen würde. Also safety first und mit Standgas ins Ziel. Standgas, das heißt auf einer Dragonfly 28 Sport mit 9-12 kn im Surf hinter einer Pogo 12.5 hinterher. Lustig, die Tschechen zupfen dauernd ein anderes Segel raus und dann wieder rein, aber sie kommen nicht weg von uns. Die Italiener auf einer Solaris One Design werden bis ins Ziel sogar überholt. Standgas also eh nicht sooooo langsam.

Ergebnis:  92 Meldungen, 87 Starter – wir 11. im Ziel.
5 Minuten schneller und es wäre Platz 8 gewesen. Das nächste Mal, wenn‘s Wasser wärmer ist, dann wird auch das Deck sauber gewaschen, versprochen ;-)

Die ganze Welt liegt im Lockdown, …nur ein kleiner See in Tirol, …der Achensee, märchenwiesenhaft.

Caro, Klaus, Christoph, Matti und die Namaste, …ooooohmmmmm!